Symposium der

Deutschen Gesellschaft für Humanökologie (DGH)

2019

 

23. - 25. Mai 2019 in Sommerhausen am Main (bei Würzburg)

Nachhaltige Entwicklung und Menschenbild

Was ist, braucht und kann der "Mensch"?

Die Deutschen Gesellschaft für Humanökologie (DGH) lädt im Jahr 2019 wieder ins mittelalterliche Winzerstädtchen Sommerhausen ein, um sich dem Thema „Wissensintegration“ zu widmen.

 

Seien Sie Teil einer interdisziplinären Denkwerkstatt, eines Diskussionsforums in malerischer Kulisse im Herzen Deutschlands. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge und rege Beteiligung!

 

Inhalt:

„Die Menschen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung. Sie haben das Recht auf ein gesundes und produktives Leben im Einklang mit der Natur“ – so lautet der erste Grundsatz der Rio-Deklaration, auf die sich die Vereinten Nationen 1992 bei ihrem ersten Erdgipfel geeinigt haben. Mittlerweile wurde diese Zielstellung in 17 „Sustainable Development Goals“ weiter konkretisiert: ‚No poverty, Zero hunger, Good health and well-being, Quality education, Gender equality, Clean water and sanitation, Affordable and clean energy, Decent work and economic growth” usw.

Wenn wir davon ausgehen, dass angesichts begrenzter Ressourcen ein unbegrenztes Wachstum nicht möglich ist, dann muss man die Güter und Dienstleistungen, auf die Menschen einen berechtigten Anspruch haben, begrenzen. Damit stellt sich drängend die Frage, worauf Menschen zu Recht einen Anspruch erheben können – und was von der Vielzahl der Wünsche als „falsches Bedürfnis“ zu gelten hat und ggf. zurückzuweisen ist. Was „brauchen“ Menschen, um ihr „Recht auf ein gesundes und produktives Leben im Einklang mit der Natur“ zu verwirklichen: eine tägliche Portion Fleisch, komfortable Autos und gut temperierte Wohnungen? Sinnvolle Arbeit und soziale Teilhabe? Gesunde Luft, sauberes Wasser, fruchtbare Böden, ein bekömmliches Klima? Naturerlebnisräume und Wildniserfahrungen? Heimat und Sicherheit?

Damit eng zusammen hängt die (politisch brisante) Frage: Wer soll nach welchen Kriterien entscheiden (dürfen), wer was braucht – und worauf Menschen unter Umständen auch ein Verzicht zugemutet werden darf oder gar muss. Überlässt man diese Entscheidung den Einzelnen – und ertüchtigt sie ggf. durch Bildung und (Werte-) Erziehung, diese in verantwortlicher Weise zu fällen? Oder muss die Politik zum Schutz der natürlichen Gemeingüter (Boden, Wasser, Biodiversität, Klima) Rahmenbedingungen setzen, die es den Einzelnen leichter machen, das Richtige zu tun und das Falsche zu lassen? Und wie weit darf Politik bei der „Gängelung“ der Einzelnen gehen? Ist eine Gesellschaft wünschenswert, in der die Einzelnen durch subtile Verhaltenssteuerung zu gesellschaftlich erwünschen Verhaltensweisen gedrängt werden (z.B. durch Nudging) oder durch Big Data als „smarte“ Technik eigener Entscheidungen zunehmend enthoben werden?

Mögliche Antworten auf all diese Fragen hängen offenkundig mit dem Menschenbild zusammen: Sehen wir Menschen  als stets auf ihren Vorteil bedachte individuelle Nutzenoptimierer, die nur dann etwas tun, wenn es ihren eigenen Interessen nutzt? Oder betrachten wir sie als Sozialwesen, die bereit und fähig sind, ihr eigenes Handeln am langfristigen Gemeinwohl auszurichten? Betrachten wir Menschen als Vernunft- und Kulturwesen, die lernen können, ihre Triebe und Impulse sozialverträglich zu regulieren? Oder hängen wir der Vorstellung an, der Mensch sei dem Menschen ein Wolf und nur durch Gesetze und Sanktionen am Unrecht zu hindern?

Auf unserer Tagung wollen wir uns mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

1. Was ist der Mensch?  Gibt es essentielle Merkmale des Menschen?  
2. Was braucht der Mensch? Empirische Ansätze der Umweltpsychologie und Umweltsoziologie.
3. Was kann (und soll) der Mensch? Wie kann Nachhaltige Entwicklung gelingen?

Diesen Fragen wollen wir in bewährter Weise mit Keynotes, Impulsreferaten, Gruppendiskussionen und Vertiefungsworkshops nachgehen. 

 

Weitere Informationen zum Inhalt und Programm finden Sie hier im Flyer der Tagung.

Den Anmeldebogen finden Sie auf dieser Seite.