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Start Jahrestagungen Symposium 2019

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Humanökologie (DGH) 2018

23. – 25. Mai 2018 in Sommerhausen am Main (bei Würzburg)

Ort: Evangelisches Gemeindezentrum - Kirchplatz 9, 97286 Sommerhausen

 

Transformationswissen integrieren

– Wie "wirklich", "wahr" und "wirksam" ist Wissen? –

Die Rolle der Wissenschaft, in modernen Gesellschaften Orientierungen zu stiften, steht derzeit im öffent-lichen Diskurs gehörig in Frage: Wissenschaft wird verstärkt als eine Form des Glaubens dargestellt, deren Wahrheitsgehalt als gleichwertig zu anderen Glaubensformen eingestuft wird. Auch wird der Wahr-heitsanspruch der Wissenschaft durch Rückführungen auf wirtschaftliche Interessen relativiert: der Kli-mawandel sei eine Konstruktion politisch motivierter östlicher Wissenschaftler, die dem Westen wirt-schaftlich schaden wollen. Und wenn es schon den Klimawandel gäbe, dann sei dies ein zufälliger oder zumindest eigendynamischer naturimmanenter Prozess, für den der Mensch nicht verantwortlich sei. Und selbst wenn der Mensch teilweise mitursächlich beteiligt sei, dann könne man nichts machen oder nur technologische Lösungen finden.

In diesem Kontext müssen die wissenschaftsphilosophischen Grundfragen, wie sie seit über 50 Jahren von Habermas – „Erkenntnis und Interesse“ – und seit etwa 100 Jahren vom Wiener Kreis zum „Logischen Aufbau der Welt“ aufgeworfenen wurden, neu gestellt werden. Der heute vorherrschende Sozial-konstruktivismus (Gergen) und methodologische Anarchismus (Feyerabend) bedarf grundlegender Kor-rektive.
Grundlegend fragt sich, ob es in der Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftsge-schichte und Wissenschaftssoziologie tragfähige Perspektiven der (interdisziplinären) Wissensintegration gibt, die auf die Fragestellungen in den Umweltwissenschaften anwendbar sind. Gerade dieser Bereich betont ja auch die Bedeutung der Transdisziplinarität der Wissensproduktion. Wie valide, sensitiv, spezi-fisch und reliabel ist also wissenschaftliche Wissensproduktion? Genügt es, über umfassende High-Tech-Daten, wie beispielsweise über Big Data, die „Wirklichkeit“ abzubilden und danach Steuerungspolitiken auszurichten („Smart Cities“)?

Diese Anfragen an eine Epistemologie und Wissenschaftstheorie der Umweltforschung müssen angesichts der Vielfalt der Krisen unserer Umwelt genauer beleuchtet werden.
Denn wie kann eine „große Transformation“, die nötig erscheint, gelingen? Dieses Projekt erfordert offen-sichtlich vernetztes handlungsrelevantes Wissen auf allen gesellschaftlichen Ebenen und Bereichen, in akademischen wie auch alltagspraktischen Formen. Ökologische Ziele sind dabei neben ökonomischen und sozialen Zielen aufeinander bezogen zu verfolgen und ihre kausale Verwobenheit zu beachten. Auf diese Weise sollen die Bedürfnisse der folgenden Generationen für ein „gutes“ Leben noch befriedigt werden können.
Mehrere Praxisprojekte zur nachhaltigen Entwicklung liegen bereits vor. Es fragt sich: Zeigen diese – durchaus positiven – regionalen transdisziplinären Projekte eine „gute“ Wissensintegration? Und wenn ja, warum?

 

Programm und Details finden Sie hier.